‚Trust in EU rural areas‘ Umfrage des Joint Research Centre (JRC)
Das Joint Research Centre (JRC) hat am 2. Dezember 2025 Ergebnisse der Studie „Trust in EU rural areas“ veröffentlicht.
Die Ergebnisse:
- Im Jahr 2024 zeigten 65 % der ländlichen Bewohnerinnen und Bewohner in der gesamten EU ein höheres Vertrauen in lokale und regionale Behörden, verglichen mit 64 % der Stadtbewohnerinnen und Bewohner siwue 61 % derjenigen in Gemeinden und Vororten.
- Betrachtet man die einzelnen EU-Länder, neigt in fast jedem Land mehr als die Hälfte der ländlichen Bevölkerung dazu, den lokalen und regionalen Behörden stärker zu vertrauen.
- Bezüglich des Vertrauens der Bürgerinnen und Bürger in die EU zeigen die Daten eine wachsende Kluft zwischen Städten und ländlichen Gebieten: Im Frühjahr 2024 vertrauten 60 % der Stadtbewohnerinnen und Bewohner der EU, verglichen mit 52 % der Menschen in Gemeinden und Vororten und 48 % in ländlichen Regionen. Zum Vergleich: 2019 betrug der Unterschied zwischen Städten und ländlichen Gebieten nur 2 Prozentpunkte.
- Das Vertrauen in die EU kann bei ländlichen Bewohnerinnen und Bewohnern verschiedener EU-Länder stark variieren: Es liegt bei 45 % oder weniger in Frankreich, Slowenien, Österreich, Spanien und Deutschland (in aufsteigender Reihenfolge), während es in Finnland, Schweden, Bulgarien, Dänemark und Portugal über 65 % liegt, in Litauen sogar bei 75 %.
- Die größte Kluft zwischen Städten und ländlichen Gebieten (mehr als 15 Prozentpunkte) gibt es in Deutschland, Irland, Polen und Rumänien.
Über alle EU-Gebiete hinweg hat das Vertrauen laut der Studie in regionale und lokale Behörden stetig zugenommen und liegt in ländlichen Regionen, Städten sowie Gemeinden und Vororten über 60 %. Nationalen Regierungen hingegen vertrauen die Menschen seltener – in allen Gebietstypen ist das Vertrauen in die EU höher als in die eigenen Regierungen. Gründe dafür sind laut Studie finanzielle Schwierigkeiten, geringere Bildung, höheres Alter und unsichere Arbeitsverhältnisse.
Zudem zeigt die Studie, dass das Leben in ländlichen Regionen unabhängig von diesen Faktoren mit einem geringeren EU-Vertrauen verbunden ist, möglicherweise aufgrund des Gefühls, als Gebiet „abgehängt“ zu sein.
Die Ergebnisse unterstreichen laut JRC die Bedeutung regionaler Politik: Entscheidungen näher an den Menschen zu treffen, Maßnahmen zur wirtschaftlichen Entwicklung umzusetzen, in Beschäftigung und Bildung regional zu investieren, könnten das Vertrauen in die EU-Institutionen in ländlichen Gebieten stärken und die territoriale Kohäsion fördern.