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Aktionsplan gegen Cybermobbing

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Die Europäische Kommission hat am 10. Februar 2026 den Aktionsplan gegen Cybermobbing zum Schutz junger Menschen im Internet veröffentlicht.
Der Aktionsplan der Europäischen Kommission gegen Cybermobbing zielt darauf ab, die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Internet in der EU zu schützen.

koordinierende Maßnahmen

Der Aktionsplan umfasst folgende koordinierende Maßnahmen:

  • die Einführung einer EU-weiten App, über die Opfer von Online-Mobbing leicht Hilfe erhalten können
  • die Koordinierung nationaler Ansätze zur Bekämpfung schädlichen Verhaltens im Internet
  • und die Prävention von Cybermobbing durch die Förderung besserer und sicherer digitaler Praktiken.

die App

Geplant ist eine EU-weite, benutzerfreundliche App, über die Cybermobbing unkompliziert an nationale Hotlines gemeldet werden kann. Sie soll insbesondere Kindern und Jugendlichen helfen, Unterstützung zu erhalten sowie Beweise sicher zu speichern und weiterzuleiten. Die Kommission entwickelt dafür einen Entwurf, den die Mitgliedstaaten anpassen, übersetzen und mit ihren nationalen Diensten verknüpfen.

konkrete Maßnahmen

  • Überprüfung der Leitlinien des Gesetzes über digitale Dienste (DSA) zum Schutz Minderjähriger, um die Maßnahmen zu verstärken, die Online-Plattformen ergreifen müssen, um Minderjährige vor schädlichen Inhalten zu schützen und diese leicht melden zu können
  • Verabschiedung von DSA-Leitlinien für vertrauenswürdige Melder, um deren Rolle bei der Bekämpfung illegaler Inhalte, einschließlich illegaler Cybermobbing-Inhalte, zu klären
  • Bekämpfung von Cybermobbing auf Videoplattformen im Rahmen der laufenden Bewertung und Überarbeitung der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie)
  • Unterstützung der wirksamen Umsetzung der Bestimmungen des Gesetzes über künstliche Intelligenz (KI) zu verbotenen KI-Praktiken, einschließlich ihrer Verwendung für Cybermobbing
  • Erleichterung der wirksamen Umsetzung der Transparenzverpflichtungen des KI-Gesetzes, unter anderem durch einen Verhaltenskodex für die Kennzeichnung und Beschriftung von KI-generierten Inhalten, die für Cybermobbing missbraucht werden können.

Parallel dazu will die Kommission die Ressourcen und Schulungen zum Thema Cybermobbing für Schulen über die Safer Internet Centres und die Plattform „Better Internet for Kids“ ausweiten.

Die Kommission will sich auch weiterhin durch den Safer Internet Day für die Rechte und das Wohlergehen von Kindern im Internet und im realen Leben einsetzen.

 

Nächste Schritte

  • Die Kommission wird den Aktionsplan gegen Cybermobbing gemeinsam mit den Mitgliedstaaten, der Industrie, der Zivilgesellschaft, internationalen Organisationen und den Kindern selbst umsetzen.
  • Parallel dazu arbeitet die Kommission an weiteren Initiativen, darunter die Erprobung einer EU-weiten Lösung zur Altersüberprüfung unter Wahrung der Privatsphäre, das geplante Gesetz zur digitalen Fairness, die Einrichtung eines Expertengremiums, das die Kommission bei ihrer Arbeit zum Schutz von Kindern im Internet beraten soll, sowie eine Untersuchung zu den Auswirkungen sozialer Medien auf die psychische Gesundheit.