Projekt „ Green Connections – Naturbasierte Lösungen und nachhaltige Landwirtschaft in der österreichisch-ungarischen Grenzregion“
Die Förderung des Projektes aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) wurde im letzten Begleitausschuss des INTERREG AT-HU – Programms genehmigt. Niederösterreichischer Partner ist die Biosphärenpark Wienerwald Management GmbH, wissenschaftlich koordiniert wird das Projekt von der Széchényi István Universität mit Sitz in Mosonmagyaróvár als Lead‑Partner.

Ausgangslage
Die Landwirtschaft in der österreichisch-ungarischen Grenzregion steht vor großen Herausforderungen: Intensive Bewirtschaftung, Monokulturen, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sowie die Auswirkungen des Klimawandels haben in den letzten Jahrzehnten zu einem deutlichen Rückgang charakteristischer Arten wie Ackerwildkräutern, Bestäubern und Feldvögeln geführt. Gleichzeitig fehlen bisher harmonisierte Daten, gemeinsame Monitoring-Methoden und praxisnahe Werkzeuge, um Biodiversität im Agrarraum systematisch zu fördern.
Ziele
Ziel des Projekts ist, den Biodiversitätsschutz in der Region durch Forschung, Bildung und Praxismaßnahmen nachhaltig zu stärken. Dazu wird ein grenzüberschreitendes Monitoring auf 80 Ackerflächen eingerichtet, das erstmals vergleichbare Daten zu ökologischen und konventionellen Bewirtschaftungsformen liefert. Auf Grundlage der Ergebnisse werden praxisnahe Empfehlungen für Landwirtinnen und Landwirte erarbeitet und im zweisprachigen Green Farming Handbook veröffentlicht. Ergänzend werden Demonstrationsflächen für bedrohte Ackerwildkräuter in Donnerskirchen (AT) und Dunasziget (HU) angelegt, die sowohl als Rückzugsräume für gefährdete Arten als auch als Lernorte für Schulen und die breite Bevölkerung dienen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der aktiven Beteiligung der Zivilgesellschaft: Durch Citizen-Science-Initiativen sowie Bildungsprogramme für Schulen, Gemeinden und NGOs wird das Bewusstsein für Biodiversität gestärkt und die Bevölkerung unmittelbar in die Forschung einbezogen.
Die Projektpartnerschaft verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit praktischer Umsetzung und regionaler Verankerung. Der Lead Partner, die Széchenyi István Universität in Ungarn, übernimmt die wissenschaftliche Koordination. Der Biosphärenpark Wienerwald Management GmbH trägt Expertise im Schutzgebietsmanagement und in der Umweltbildung bei. Die Esterhazy Betriebe stellen großflächige Praxisflächen sowie Know-how in ökologischer Landwirtschaft zur Verfügung. Der NGO-Partner Pisztráng Kör Egyesület sorgt für die Einbindung lokaler Gemeinschaften und Schulen. Strategische Partner wie die Landwirtschaftskammer Niederösterreich, die Nationale Landwirtschaftskammer in Győr-Moson-Sopron, die ARGE Naturparke Burgenland und der Naturpark Schüttinsel fungieren als Multiplikatoren, um Projektergebnisse langfristig zu verankern.
erwartete Outputs
Die wichtigsten Outputs werden eine harmonisierte Forschungsdatenbank, das Green Farming Handbook mit konkreten Handlungsempfehlungen, eine gemeinsame Roadmap für den Wissens- und Praxistransfer sowie eine breite Palette an Bildungsmaterialien sein – von Bestimmungskarten über Spiele bis hin zu Bildungsrucksäcken. Ergänzt sollen diese Maßnahmen durch eine umfassende Medien- und Bildungskampagne werden.
Green Connections möchte so eine dauerhafte grenzüberschreitende Kooperation von acht Organisationen schaffen, biodiversitätsfreundliche Praktiken in der Landwirtschaft verankern, Schulen NGOs und die breite Bevölkerung sensibilisieren, wissenschaftliche Daten sowie praxisorientierte Tools für Politik, Beratung und Naturschutz bereit stellen. Das Projekt soll so die ökologische Resilienz und die Attraktivität der Kulturlandschaft stärken und damit zu einem Modellprojekt für nachhaltigen Biodiversitätsschutz im österreichisch-ungarischen Grenzraum werden.
Projectfacts
Green Connections – Vorhaben mit strategischer Bedeutung!
Das Projekt trägt wesentlich zu den INTERREG AT-HU Programmzielen bei und plant eine hohe Sichtbarkeit mit Hilfe von diversen öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen und wurde vom Begleitausschuss daher als „Vorhaben mit strategischer Bedeutung“ ausgewählt. Das bedeutet auch, dass die Europäische Kommission intensiver in die Kommunikation über die Projektfortschritte eingebunden sein wird.
Wieviel Budget hat das Projekt zur Verfügung?
Das Gesamtbudget des Projektes beläuft sich auf rund 856.000 Euro, davon stehen für Aktivitäten in Niederösterreich rund 295.000 Euro zur Verfügung.
Wie hoch ist die Kofinanzierung der EU?
Bis zu 80% werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.